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Silvija Hinzmann, Britt Reißmann: "Die Farbe des Himmels"
Stuttgart-Krimi 1
www.sandammeer.at (K.-G. Beck-Ewerhardy; 09/2005)
Silvija Hinzmann, Britt Reißmann: "Die Farbe des Himmels"
Emons, 2005. 223 Seiten.
ISBN 3-89705-401-9.
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Dies ist der zweite Roman von Britt Reißmann bei Emons und ihr erstes Soloprojekt. Wieder steht die Kripo-Beamtin Thea Engel im Mittelpunkt des Geschehens, die den Leserinnen und Lesern bereits aus „Die Farbe des Himmels“ bekannt ist. Sie hat jetzt ihre Mutter in Stuttgart und wenn Familie vor den Festtagen schon normalerweise einigen Stress bedeutet, dann gilt das für Thea und ihre neu aufgefundene Mutter in verstärktem Maße. Beide sind sich unsicher, wie sie sich einander annähern sollen, beide haben das Gefühl, am anderen verlorene Zeit wieder gutmachen zu müssen und beide glauben, den anderen auf Grund ihres Verwandtschaftsverhältnisses wesentlich besser kennen zu müssen, als es auf Grund ihrer gemeinsamen getrennten Geschichte überhaupt möglich ist.
Der neue Fall, den die Vorweihnachtszeit präsentiert, macht diese Situation noch dadurch komplizierter, dass er Thea die ganze Zeit in Bewegung hält, so dass sie Verabredungen mit ihrer Mutter nicht immer einhalten kann und diese sich darüber hinaus wegen der Gefahren des Berufs ständig Sorgen um ihre gerade wieder gefundene Tochter macht. Sorgen, die Thea in ungewohnter Art einengen. Eine Situation, die auf jeden Fall zu einer klärenden Konfrontation führen muss.
Der Fall selber findet seinen Anfang mit der Leiche einer jungen Musikstudentin auf den Gleisen der Bahn, die von einem Nachtzug erfasst wird. Glücklicherweise hatte der Zugführer aufgepasst und frühzeitig eine Bremsung eingeleitet, so dass schon bei der ersten Anschau der Leiche am Fundort deutlich wird, dass die junge Dame bereits vor der Begegnung mit dem Zug das Zeitliche gesegnet hatte. Nun gilt es heraus zu finden, wie sie genau zu Tode gekommen ist und wer sie auf den Gleisen abgelegt hat.
Die Musikhochschule, eine Jugendband und ein Altenpflegeheim sind die Bereiche, in denen die neu ins Leben gerufene SoKo „Bahngleis“ ermitteln muss und dabei entwickelt sich in erster Linie das Bild einer allseits sehr beliebten intelligenten jungen Frau, deren Ermordung für niemanden richtig Sinn zu machen scheint. Wie jede Ermittlung verdeutlichen auch diese allerdings allerlei Spannungen und Anfeindungen innerhalb der jeweiligen Gruppierungen und auch zum Teil zwischen ihnen, da sich hier immer wieder unerwartete Verknüpfungen auftun. Als dann ein alter Indianer, mit dem die Ermordete gut bekannt gewesen war, tot aus einer Schleuse gezogen wird, beginnen sich die verschiedenen Verknüpfungen zu einem Netz zu verdichten, in dem der Täter oder die Täterin sich schließlich verfangen soll.
Ein netter Herbstkrimi und ein gelungener zweiter Teil für eine wahrscheinlich längere Serie, in dem die Hauptcharaktere mehr Volumen und Relief bekommen, ohne dass dabei der Kriminalfall ganz zur Hintergrundsmusik verkommt. Etwas, was nicht vielen zweiten Bänden einer Reihe gelingt.
K.-G. Beck-Ewerhardy
bestellen bei amazon.deDies ist der zweite Roman von Britt Reißmann bei Emons und ihr erstes Soloprojekt. Wieder steht die Kripo-Beamtin Thea Engel im Mittelpunkt des Geschehens, die den Leserinnen und Lesern bereits aus „Die Farbe des Himmels“ bekannt ist. Sie hat jetzt ihre Mutter in Stuttgart und wenn Familie vor den Festtagen schon normalerweise einigen Stress bedeutet, dann gilt das für Thea und ihre neu aufgefundene Mutter in verstärktem Maße. Beide sind sich unsicher, wie sie sich einander annähern sollen, beide haben das Gefühl, am anderen verlorene Zeit wieder gutmachen zu müssen und beide glauben, den anderen auf Grund ihres Verwandtschaftsverhältnisses wesentlich besser kennen zu müssen, als es auf Grund ihrer gemeinsamen getrennten Geschichte überhaupt möglich ist.
Der neue Fall, den die Vorweihnachtszeit präsentiert, macht diese Situation noch dadurch komplizierter, dass er Thea die ganze Zeit in Bewegung hält, so dass sie Verabredungen mit ihrer Mutter nicht immer einhalten kann und diese sich darüber hinaus wegen der Gefahren des Berufs ständig Sorgen um ihre gerade wieder gefundene Tochter macht. Sorgen, die Thea in ungewohnter Art einengen. Eine Situation, die auf jeden Fall zu einer klärenden Konfrontation führen muss.
Der Fall selber findet seinen Anfang mit der Leiche einer jungen Musikstudentin auf den Gleisen der Bahn, die von einem Nachtzug erfasst wird. Glücklicherweise hatte der Zugführer aufgepasst und frühzeitig eine Bremsung eingeleitet, so dass schon bei der ersten Anschau der Leiche am Fundort deutlich wird, dass die junge Dame bereits vor der Begegnung mit dem Zug das Zeitliche gesegnet hatte. Nun gilt es heraus zu finden, wie sie genau zu Tode gekommen ist und wer sie auf den Gleisen abgelegt hat.
Die Musikhochschule, eine Jugendband und ein Altenpflegeheim sind die Bereiche, in denen die neu ins Leben gerufene SoKo „Bahngleis“ ermitteln muss und dabei entwickelt sich in erster Linie das Bild einer allseits sehr beliebten intelligenten jungen Frau, deren Ermordung für niemanden richtig Sinn zu machen scheint. Wie jede Ermittlung verdeutlichen auch diese allerdings allerlei Spannungen und Anfeindungen innerhalb der jeweiligen Gruppierungen und auch zum Teil zwischen ihnen, da sich hier immer wieder unerwartete Verknüpfungen auftun. Als dann ein alter Indianer, mit dem die Ermordete gut bekannt gewesen war, tot aus einer Schleuse gezogen wird, beginnen sich die verschiedenen Verknüpfungen zu einem Netz zu verdichten, in dem der Täter oder die Täterin sich schließlich verfangen soll.
Ein netter Herbstkrimi und ein gelungener zweiter Teil für eine wahrscheinlich längere Serie, in dem die Hauptcharaktere mehr Volumen und Relief bekommen, ohne dass dabei der Kriminalfall ganz zur Hintergrundsmusik verkommt. Etwas, was nicht vielen zweiten Bänden einer Reihe gelingt.
K.-G. Beck-Ewerhardy
bestellen bei amazon.deDer Traum vom Tod von Britt Reissmann hält, was er verspricht und mehr, denn Traum und Tod steht das sogenannte Familienleben gegenüber. Es ist kein perfektes Buch, aber was ist schon in meinen kritischen Augen perfekt? Manches hakt (isb. im Privaten der Ermittler), anderes hätte ich nicht gebraucht (aber ich nehme an, die amüsanten Versprecher der Putzfrau im Kommissariat sind dem Seriencharakter geschuldet), aber alles in allem ist es ein ebenso überraschendes wie lohnenswertes Buch. Es geht um Krebs und um Kriminalität, um mythischen Tod und mythisch-braune "das Starke gewinnt, das Schwache stirbt" propagierende Heilkunst mit Namen "Neue Germanische Medizin". Das Geschäft mit Tod und Heilsversprechen als Verbrechen, darauf muss man erst mal kommen und das dann auch noch gut zu erzählen, da kann ich nur sagen "Hut ab". Was mich aber ganz besonders berührt hat: Wie Britt Reissmann das Sterben, den Tod und den Umgang mit beidem beschreibt. Weder distanziert noch rein kriminaltechnisch sondern sehr menschlich und auf eine Art emotional ehrlich, das ich mir denke "ach, dazu braucht es Krimis!" Wo sonst hat der Tod noch einen Raum und das Sterben im Leben?
mischabach.blogg.de 27.08.08
27.10.2009 Bereits zum vierten Mal lässt die Autorin Britt Reißmann Thea Engel, Michael Messmer und ihre Kollegen vom Morddezernat der Stuttgarter Kripo ermitteln. In „Zimmer ohne Aussicht“ wird ein Zugbegleiter der Standseilbahn durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Er behauptet, seinen Angreifer nicht erkannt zu haben, doch sowohl die Ärzte als auch die Kripobeamten haben Zweifel an dieser Aussage. Doch der Mann stirbt, bevor sie mehr in Erfahrung bringen können. Die Ermittlungen ergeben, dass der Mann offensichtlich Angst hatte. In seiner Schublade am Arbeitsplatz finden sie eine Pistole, eine zweite entdecken sie in seiner Wohnung. Drei große Riegel an der Innenseite der Tür sollen darüber hinaus unliebsame Eindringlinge fern halten. Eine Anzeige mit handschriftlichen Anmerkungen führt Engel und Messmer schließlich ins Rotlichtmilieu und zu den Altrockern der Hells Angels. Gleichzeitig verschwindet noch eine ehemalige Prostituierte und die beiden stoßen plötzlich auf mögliche Zusammenhänge mit einem Bankraub vor 23 Jahren.
Auch in ihrem vierten Krimi gelingt es Reißmann wieder, verschiedene zunächst nebeneinander geführte Handlungsstränge gekonnt zusammenzuführen und zu einem komplexen Plot mit überraschendem Ausgang zu verarbeiten. Und als ob Engel und Messmer nicht schon genug mit einem Mord und einem Vermisstenfall zu tun hätten, müssen sie auch noch ihre Beziehung zueinander klären, was für zusätzliche Spannungen sorgt, ohne die Story jedoch zu überladen Wie auch bereits in früheren Krimis befasst sich die Autorin auch in „Zimmer ohne Aussicht“ wieder mit der Frage nach Schuld und Unschuld und sorgt damit für Tiefgang. Erneut zeigt sie, wie ganz normale Menschen in Situationen gelangen können, in denen sie plötzlich Taten begehen, die sie nie geplant hatte und von denen sie auch nie dachten, dass sie dazu jemals fähig sein könnten.
Mit "Zimmer ohne Aussicht" ist Reißmann erneut ein spannender Krimi mit intelligentem Plot gelungen, den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Eine tolle Lektüre für lange Herbst- oder Winterabende. Bei dem auch humoristische Elemente, meist durch Dezernatskollegen oder die neugierige Putzfrau mit ihren oft unfreiwillig komischen Wortschöpfungen eingestreut, nicht zu kurz kommen.
Wie schon die Vorgängerromane besticht auch "Zimmer ohne Aussicht" durch eindringliche Schilderung, genaue Figurenzeichnung, authentische Polizeiarbeit und einen packenden Plot. "Zimmer ohne Aussicht" ist ein spannender Kriminalroman mit einer komplexen Handlung und überraschender Auflösung.
Staatsanzeiger, Oktober 2009