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Rezensionen
Silvija Hinzmann und Britt Reissmann: Die Farbe des Himmels
In Krimis, deren Schauplätze man kennt, kann man irgendwie selbst herumlaufen. Weinsteige, Calwer Straße, Pragsattel, ich gebe zu, meine Schwäche für Lokalprosa hat mich zu dieser Buchlektüre verführt.
Der Krimi ist von Stuttgarterinnen geschrieben, die beide mehr oder weniger mit der Polizeiarbeit zu tun haben, also Insider sind.

Ein Textilfabrikant wird in seiner Villa erschlagen aufgefunden. Bei den Ermittlungen stößt die junge Kriminalbeamtin Thea Engel nicht nur auf ein Geflecht aus Lügen und Intrigen, sondern bald auf eine weitere Leiche. Die Handlung spielt auf zwei Ebenen, die sich am Schluss zu einem Strang zusammenfinden.

Gut beschrieben sind verschiedene schwäbische Charaktere, von der Hausfrau mit der Kittelschürze über den Beamten, der sein Pferdle lieber mag als seine Frau bis hin zur gehobenen Geldgesellschaft, die es in Stuttgart schließlich auch gibt.

Viele Querverbindungen bis hin zum Privatleben der ermittelnden Kriminalbeamtin machen den Krimi wendig und spannend. Die vielen gesponnen Fäden ergeben allerdings auch ein bisschen einen konstruierten Eindruck. Im echten Leben wären da schon arge Zufälle dabei. Aber es ist ja auch ein Krimi. Nicht fehlen darf natürlich das Salz in der Suppe, ein kleines, erotisches Techtelmechtel, das im Buch zwar jugendfrei bleibt, aber so angenehm beschrieben ist, daß es neidisch macht.

Silvija Hinzmann, Britt Reissmann
Emons Verlag,  ISBN 3-89705-401-9
9 Euro (Taschenbuch)

Nürtinger Stattzeitung Dezember 2005

Silvija Hinzmann, Britt Reißmann: "Die Farbe des Himmels"
Stuttgart-Krimi 1


Die beiden Autorinnen haben mit ihrer Figur der Kommissarin Thea Engel eine junge Frau in die Krimilandschaft gestellt, die neben ihren rein berufsbedingten auch noch einige weiterführende Probleme mit sich herum schleppt. Als die "Neue" in der Abteilung für Gewaltverbrechen der Stuttgarter Kripo reicht es ihr eigentlich schon, sich mit ihrem Kollegen Messmer auseinandersetzen zu müssen, der als geschiedener Macho ganz enorm gegen ihre Hutschnur läuft. Hinzu kommt, dass sie noch nicht genug Gelegenheit hatte, sich an die hin und wieder auftauchenden Leichen in ihrem Berufsfeld zu gewöhnen, so dass ihr Magen nicht immer so mitspielt, wie er sollte. Doch auch das Single-Leben in der Stadt und ihre innere Unsicherheit als Waise, die in Heimen aufgewachsen ist, macht ihr das Dasein nicht gerade angenehmer.

In dieser Situation wird sie von der vorläufigen Betrachtung eines Selbstmords zu einem Totschlagdelikt in einer Sonnenberger Villa gerufen, wo Wolf Hauser, ein Textilunternehmer, offensichtlich mit einem leicht beschädigten Briefbeschwerer erschlagen wurde. Gefunden wurde er von seiner osteuropäischen Putzhilfe, die nicht übertrieben viel Hilfreiches über ihre beiden Arbeitgeber erzählen kann. Auch die gerade aus der Schweiz zurück kommende Ehegattin ist keine echte Unterstützung bei den Ermittlungen - und hinterlässt bei den ermittelnden Beamten ein eher ungutes Gefühl. Doch bei der Befragung der Nachbarn tauchen noch weitere mögliche Täter auf, so dass sich das Untersuchungsfeld weit öffnet.

Und so ermitteln Thea Engel und ihre Kolleginnen und Kollegen sowohl im geschäftlichen wie auch im privaten Bereich des Lebemannes und Glücksspielers, der hier sein Ende gefunden hat. Doch die Aufklärung des Falles kommt für alle Beteiligten aus gänzlich unerwarteter Richtung ...

Es wird sehr viel gemenschelt - und ein wenig geschwäbelt - in diesem Roman, der die Ermittlungsarbeit der Kripo in diesem Zusammenhang ziemlich glaubwürdig darzustellen scheint, was vielleicht nicht unbedingt jedermanns Sache ist, mir aber ganz gut gefallen hat. Die Charaktere sind durchaus komplex gezeichnet und hinterlassen nicht den Gedanken an typische Kommissarinnen und Kommissare, wie man sie zur Genüge aus dem Fernsehen - und auch gerade aus den Regionalkrimis - gewohnt ist. Alles in allem ein überaus ansprechender Roman aus einer bisher eher weniger behandelten Ecke Deutschlands. "Die Farbe des Himmels" weckt sicherlich die Neugier auf weitere Abenteuer der Thea Engel.

www.sandammeer.at (K.-G. Beck-Ewerhardy; 09/2005)

Silvija Hinzmann, Britt Reißmann: "Die Farbe des Himmels"
Emons, 2005. 223 Seiten.
ISBN 3-89705-401-9.

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Britt Reißmann: Der Ruf der Schneegans, Emons (Softcover/2006)
ISBN 3-89705-478-7 , 224 Seiten, €9.-

Dies ist der zweite Roman von Britt Reißmann bei Emons und ihr erstes Soloprojekt. Wieder steht die Kripo-Beamtin Thea Engel im Mittelpunkt des Geschehens, die den Leserinnen und Lesern bereits aus „Die Farbe des Himmels“ bekannt ist. Sie hat jetzt ihre Mutter in Stuttgart und wenn Familie vor den Festtagen schon normalerweise einigen Stress bedeutet, dann gilt das für Thea und ihre neu aufgefundene Mutter in verstärktem Maße. Beide sind sich unsicher, wie sie sich einander annähern sollen, beide haben das Gefühl, am anderen verlorene Zeit wieder gutmachen zu müssen und beide glauben, den anderen auf Grund ihres Verwandtschaftsverhältnisses wesentlich besser kennen zu müssen, als es auf Grund ihrer gemeinsamen getrennten Geschichte überhaupt möglich ist.

Der neue Fall, den die Vorweihnachtszeit präsentiert, macht diese Situation noch dadurch komplizierter, dass er Thea die ganze Zeit in Bewegung hält, so dass sie Verabredungen mit ihrer Mutter nicht immer einhalten kann und diese sich darüber hinaus wegen der Gefahren des Berufs ständig Sorgen um ihre gerade wieder gefundene Tochter macht. Sorgen, die Thea in ungewohnter Art einengen. Eine Situation, die auf jeden Fall zu einer klärenden Konfrontation führen muss.

Der Fall selber findet seinen Anfang mit der Leiche einer jungen Musikstudentin auf den Gleisen der Bahn, die von einem Nachtzug erfasst wird. Glücklicherweise hatte der Zugführer aufgepasst und frühzeitig eine Bremsung eingeleitet, so dass schon bei der ersten Anschau der Leiche am Fundort deutlich wird, dass die junge Dame bereits vor der Begegnung mit dem Zug das Zeitliche gesegnet hatte. Nun gilt es heraus zu finden, wie sie genau zu Tode gekommen ist und wer sie auf den Gleisen abgelegt hat.

Die Musikhochschule, eine Jugendband und ein Altenpflegeheim sind die Bereiche, in denen die neu ins Leben gerufene SoKo „Bahngleis“ ermitteln muss und dabei entwickelt sich in erster Linie das Bild einer allseits sehr beliebten intelligenten jungen Frau, deren Ermordung für niemanden richtig Sinn zu machen scheint. Wie jede Ermittlung verdeutlichen auch diese allerdings allerlei Spannungen und Anfeindungen innerhalb der jeweiligen Gruppierungen und auch zum Teil zwischen ihnen, da sich hier immer wieder unerwartete Verknüpfungen auftun. Als dann ein alter Indianer, mit dem die Ermordete gut bekannt gewesen war, tot aus einer Schleuse gezogen wird, beginnen sich die verschiedenen Verknüpfungen zu einem Netz zu verdichten, in dem der Täter oder die Täterin sich schließlich verfangen soll.

Ein netter Herbstkrimi und ein gelungener zweiter Teil für eine wahrscheinlich längere Serie, in dem die Hauptcharaktere mehr Volumen und Relief bekommen, ohne dass dabei der Kriminalfall ganz zur Hintergrundsmusik verkommt. Etwas, was nicht vielen zweiten Bänden einer Reihe gelingt.

K.-G. Beck-Ewerhardy

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Brikada- Magazin für Frauen, 15.12.2006
* * *
Britt Reißmann: Der Ruf der Schneegans, Emons (Softcover/2006)
ISBN 3-89705-478-7 , 224 Seiten, €9.-

Dies ist der zweite Roman von Britt Reißmann bei Emons und ihr erstes Soloprojekt. Wieder steht die Kripo-Beamtin Thea Engel im Mittelpunkt des Geschehens, die den Leserinnen und Lesern bereits aus „Die Farbe des Himmels“ bekannt ist. Sie hat jetzt ihre Mutter in Stuttgart und wenn Familie vor den Festtagen schon normalerweise einigen Stress bedeutet, dann gilt das für Thea und ihre neu aufgefundene Mutter in verstärktem Maße. Beide sind sich unsicher, wie sie sich einander annähern sollen, beide haben das Gefühl, am anderen verlorene Zeit wieder gutmachen zu müssen und beide glauben, den anderen auf Grund ihres Verwandtschaftsverhältnisses wesentlich besser kennen zu müssen, als es auf Grund ihrer gemeinsamen getrennten Geschichte überhaupt möglich ist.

Der neue Fall, den die Vorweihnachtszeit präsentiert, macht diese Situation noch dadurch komplizierter, dass er Thea die ganze Zeit in Bewegung hält, so dass sie Verabredungen mit ihrer Mutter nicht immer einhalten kann und diese sich darüber hinaus wegen der Gefahren des Berufs ständig Sorgen um ihre gerade wieder gefundene Tochter macht. Sorgen, die Thea in ungewohnter Art einengen. Eine Situation, die auf jeden Fall zu einer klärenden Konfrontation führen muss.

Der Fall selber findet seinen Anfang mit der Leiche einer jungen Musikstudentin auf den Gleisen der Bahn, die von einem Nachtzug erfasst wird. Glücklicherweise hatte der Zugführer aufgepasst und frühzeitig eine Bremsung eingeleitet, so dass schon bei der ersten Anschau der Leiche am Fundort deutlich wird, dass die junge Dame bereits vor der Begegnung mit dem Zug das Zeitliche gesegnet hatte. Nun gilt es heraus zu finden, wie sie genau zu Tode gekommen ist und wer sie auf den Gleisen abgelegt hat.

Die Musikhochschule, eine Jugendband und ein Altenpflegeheim sind die Bereiche, in denen die neu ins Leben gerufene SoKo „Bahngleis“ ermitteln muss und dabei entwickelt sich in erster Linie das Bild einer allseits sehr beliebten intelligenten jungen Frau, deren Ermordung für niemanden richtig Sinn zu machen scheint. Wie jede Ermittlung verdeutlichen auch diese allerdings allerlei Spannungen und Anfeindungen innerhalb der jeweiligen Gruppierungen und auch zum Teil zwischen ihnen, da sich hier immer wieder unerwartete Verknüpfungen auftun. Als dann ein alter Indianer, mit dem die Ermordete gut bekannt gewesen war, tot aus einer Schleuse gezogen wird, beginnen sich die verschiedenen Verknüpfungen zu einem Netz zu verdichten, in dem der Täter oder die Täterin sich schließlich verfangen soll.

Ein netter Herbstkrimi und ein gelungener zweiter Teil für eine wahrscheinlich längere Serie, in dem die Hauptcharaktere mehr Volumen und Relief bekommen, ohne dass dabei der Kriminalfall ganz zur Hintergrundsmusik verkommt. Etwas, was nicht vielen zweiten Bänden einer Reihe gelingt.

K.-G. Beck-Ewerhardy

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Britt Reißmann: Der Traum vom Tod, Emons (Softcover/2008)
ISBN 978-3-89705-563-6 , 251 Seiten, €9,90

Der Traum vom Tod von Britt Reissmann hält, was er verspricht und mehr, denn Traum und Tod steht das sogenannte Familienleben gegenüber. Es ist kein perfektes Buch, aber was ist schon in meinen kritischen Augen perfekt? Manches hakt (isb. im Privaten der Ermittler), anderes hätte ich nicht gebraucht (aber ich nehme an, die amüsanten Versprecher der Putzfrau im Kommissariat sind dem Seriencharakter geschuldet), aber alles in allem ist es ein ebenso überraschendes wie lohnenswertes Buch. Es geht um Krebs und um Kriminalität, um mythischen Tod und mythisch-braune "das Starke gewinnt, das Schwache stirbt" propagierende Heilkunst mit Namen "Neue Germanische Medizin". Das Geschäft mit Tod und Heilsversprechen als Verbrechen, darauf muss man erst mal kommen und das dann auch noch gut zu erzählen, da kann ich nur sagen "Hut ab". Was mich aber ganz besonders berührt hat: Wie Britt Reissmann das Sterben, den Tod und den Umgang mit beidem beschreibt. Weder distanziert noch rein kriminaltechnisch sondern sehr menschlich und auf eine Art emotional ehrlich, das ich mir denke "ach, dazu braucht es Krimis!" Wo sonst hat der Tod noch einen Raum und das Sterben im Leben?

mischabach.blogg.de 27.08.08

Britt Reißmann: Zimmer ohne Aussicht, Emons Verlag (Softcover/2009)

27.10.2009 Bereits zum vierten Mal lässt die Autorin Britt Reißmann Thea Engel, Michael Messmer und ihre Kollegen vom Morddezernat der Stuttgarter Kripo ermitteln. In „Zimmer ohne Aussicht“ wird ein Zugbegleiter der Standseilbahn durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Er behauptet, seinen Angreifer nicht erkannt zu haben, doch sowohl die Ärzte als auch die Kripobeamten haben Zweifel an dieser Aussage. Doch der Mann stirbt, bevor sie mehr in Erfahrung bringen können. Die Ermittlungen ergeben, dass der Mann offensichtlich Angst hatte. In seiner Schublade am Arbeitsplatz finden sie eine Pistole, eine zweite entdecken sie in seiner Wohnung. Drei große Riegel an der Innenseite der Tür sollen darüber hinaus unliebsame Eindringlinge fern halten. Eine Anzeige mit handschriftlichen Anmerkungen führt Engel und Messmer schließlich ins Rotlichtmilieu und zu den Altrockern der Hells Angels. Gleichzeitig verschwindet noch eine ehemalige Prostituierte und die beiden stoßen plötzlich auf mögliche Zusammenhänge mit einem Bankraub vor 23 Jahren.
Auch in ihrem vierten Krimi gelingt es Reißmann wieder, verschiedene zunächst nebeneinander geführte Handlungsstränge gekonnt zusammenzuführen und zu einem komplexen Plot mit überraschendem Ausgang zu verarbeiten. Und als ob Engel und Messmer nicht schon genug mit einem Mord und einem Vermisstenfall zu tun hätten, müssen sie auch noch ihre Beziehung zueinander klären, was für zusätzliche Spannungen sorgt, ohne die Story jedoch zu überladen Wie auch bereits in früheren Krimis befasst sich die Autorin auch in „Zimmer ohne Aussicht“ wieder mit der Frage nach Schuld und Unschuld und sorgt damit für Tiefgang. Erneut zeigt sie, wie ganz normale Menschen in Situationen gelangen können, in denen sie plötzlich Taten begehen, die sie nie geplant hatte und von denen sie auch nie dachten, dass sie dazu jemals fähig sein könnten.
Mit "Zimmer ohne Aussicht" ist Reißmann erneut ein spannender Krimi mit intelligentem Plot gelungen, den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Eine tolle Lektüre für lange Herbst- oder Winterabende. Bei dem auch humoristische Elemente, meist durch Dezernatskollegen oder die neugierige Putzfrau mit ihren oft unfreiwillig komischen Wortschöpfungen eingestreut, nicht zu kurz kommen.

Wie schon die Vorgängerromane besticht auch "Zimmer ohne Aussicht" durch eindringliche Schilderung, genaue Figurenzeichnung, authentische Polizeiarbeit und einen packenden Plot. "Zimmer ohne Aussicht" ist ein spannender Kriminalroman mit einer komplexen Handlung und überraschender Auflösung.

Staatsanzeiger, Oktober 2009